24.01.12

Collections: Designer for tomorrow - Alexandra Kiesel FW 12/13 at Berlin Fashion Week

Nachdem ich ein Interview von jetzt.de gelesen hatte, das mit der Designer for tomorrow-Preisträgerin Alexandra Kiesel am Morgen nach ihrer Show geführt wurde, muss ich gestehen, dass sie mir recht sympathisch erscheint - schön abgeklärt. Umso bedauerlicher, dass ich ihre Kollektion als krasse Themaverfehlung ansehe. Schließlich befanden wir uns bei der Fashion Week für Fall/Winter 2012/13 und die gezeigte Kollektion war sicher alles, aber keine Herbst/Winter-Kollektion. In der Schule wäre dies eine klare 6 gewesen - was hilft einem die schönste Buchbesprechung, wenn die Aufgabe ein Erörterung war...
Diesen Tatbestand beiseite gelegt, war es natürlich eine Kollektion, die großes Potential und sehr interessante Ansätze bot. Die 29-jährige Absolventin der Kunsthochschule Weißensee hat ein außerordentliches Gespür für Farben und Muster und deren Kombination. In Zusammenarbeit mit elf Berliner Künstlern entstanden verschiedene Allover-Drucke, die die einzelnen Bekleidungsstücke zierten. Beeindruckend ist, dass Alexandra Kiesel ihre Kollektion zusammen mit nur zwei Praktikanten erarbeitet hat. Denn neben großen Laufsteg-Konkurrenten - Labels, die schon seit langer Zeit etabliert sind und zum Teil diverse Designer, Schnittmacher und Modellnäher beschäftigen - musste sich diese Kollektion wahrlich nicht verstecken.
Besonders gut gefallen haben mir die Schulterteile, die immer mal wieder vorkamen und die Art der Patchwork-Kombination von Muster miteinander, aber auch von Mustern mit Unifarben - obwohl ich normalerweise Patchwork eher langweilig bis anstrengend (Desigual) finde. Mit einer der spannendsten Aspekte ihrer Kollektion ist, dass Alexandra die Kleidungsstücke in Bausteine aufteilt - mehr oder weniger die Schnittteile. Im Onlineshop, der in naher Zukunft an den Start gehen soll, darf die Kundin dann frei entscheiden, welche Farbe oder welches Muster der einzelne Baustein hat und kann sich so ein individuelles Outfit "von der Stange" zusammenstellen. Sollte sie dieses Fall/Winter-Outfit dann auch tatsächlich im nächsten Winter tragen wollen, muss sie sich halt eine Winterjacke oder einen entsprechenden Mantel bei der Konkurrenz besorgen.







After reading an interview on jetzt.de that was done with Designer for tomorrow award winner Alexandra Kiesel the morning after her show, I have to say I believe she's pretty cool. That aside I think her collection was missing the point big time. I mean we were attending Fashion Week Berlin for fall/winter 2012/13 and the collection she showed was everything, but no collection for fall/winter... 
Nevertheless it was a collection showing her great potential and a lot of interesting takes on pret-a-porter. The 29-year-old alumna of Kunsthochschule Weißensee has an extraordinary take on the use of color and patterns and of combining them. Working together with eleven Berlin artists she created different allover motives that were printed onto single parts of her designs.
It's kind of impressive that Alexandra Kiesel produced her collection by herself working together with only two interns. Her work could easily bear up agains the comparison with other big labels at the event - labels which established themselves a long time ago and employ loads of pattern makers, designers and sample makers. 
The highlights of her collection were the shoulder pieces, that kept popping up here and there and also the way she combined patterns with single colors. One of the most interesting aspects of her collection is that Alexandra splits her designs into single moduls (the different pieces of the pattern). In the online-shop which will be opened in the near future the customer can decide which color or pattern each of the moduls should have. So she can create her very personalized ready-to-wear piece. Should she really want to wear that fall/winter look in the winter, she might need to buy a coat from some competitors label.

(pictures: Hugo Hase)

Kommentare:

  1. ich glaube das das eher absicht war! Man muss gegen den Strom schwimmen um zur Quelle zu gelangen.

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  2. Das kann natürlich Absicht gewesen sein - das hoffe ich sogar! Wenn im Publikum aber auch Einkäufer sitzen, die diese Kollektion als Herbst/Winter-Kollektion später im Laden haben wollen, lässt der wirtschaftliche Hintergedanken zu wünschen übrig, wenn man nicht eine Jacke oder Mantel in der Kollektion anbietet.

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