23.09.10

Schockreduzierte Printkunst - Basso & Brooke

Wenn man sich auf seinem Platz in den Reihen einer Basso & Brooke-Schau niederlässt darf man davon ausgehen eines ganz sicher geboten zu bekommen – fabelhafte Drucke. Das brasilianisch-britische Designer-Duo begeistert seit jeher, was genauer heißt seit 2004, mit dramatischen Veranstaltungen, inklusive kunstvollem Make-up, ausgeklügelter Schnittkonstruktionen und ihren, die Design-Handschrift dominierenden, Drucken.

Bei all den Aufregern die dieses Zweigestirn in der Vergangenheit bereits geboten hat, überraschte die Kollektion für Frühjahr/Sommer 2011 mit außergewöhnlichem Minimalismus. Zumindest die Schnittkonstruktion wird davon bestimmt, was als Ergebnis die vermutlich tragbarsten Entwürfe Basso & Brooke’s bisher zur Folge hat.

Klassische Hemdblusen, hochgeschnittene Teller-Miniröcke, Kurzmäntel und Minikleider – zum Teil ärmellos mit voluminösem Schwung und Drapierungen, kurzärmelig mit Cut-Outs oder mit Wasserfall-Ausschnitt und teilweiser Transparenz ausgestattet, aber auch Hosen – mit Bundfalten oder Overlays – bilden die überschaubare Produktpalette.

Seiden-Voile- und Georgette, Shantung-Seide und Baumwoll-Gabardine stellen die Leinwände dar für die digitalen Drucke, die zum Teil die Illusion schwerer Materialien hervorrufen – indem die Textur von Leder oder Tweed nachgeahmt wird. Durch Tromp l’oeil-Effekte wird die Dreidimensionalität mancher Kleider verfälscht.

Die Komposition der Drucke kennt wie immer keine Gesetzmäßigkeit – verschiedenste Motive werden in einzelnen Entwürfen kombiniert, beispielsweise florale Muster, Animalprints, Gesteinsoptik, Landkarten, stilisierte Fernseh-Testbilder und handschriftliche Notizen großer Schriftsteller und Künstler, wie Da Vinci, Tolstoy, Balzac und Saint-Exupéry.

Alles in allem eine Hommage an eine Prä-Digitale Zeit, die zum Glück vorbei ist – sonst hätten die textilen Kunstwerke von Bruno Basso und Christopher Brooke nicht entstehen können...

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