08.07.10

Weniger wäre mehr gewesen - Guido Maria Kretschmer

„Viel hilft viel“ ist eine Floskel die in der Mode oftmals Fehl am Platz ist. Seit die Achtziger (mehr oder weniger) zur Vergangenheit gehören stand man mit dem Motto „weniger ist mehr“ oftmals eher auf der sicheren Seite. Leider scheint Guido Maria Kretschmer das nicht so zu sehen – in keinster Weise.

Hätte man von den schätzungsweise knapp 70 Looks ein Drittel vor ihrer Realisierung gestrichen, könnte sich Herr Kretschmer beinahe als Oscar de la Renta Berlins bezeichnen. Schlecht durchdachte Konstruktionen diverser Abendkleider und völlig Fehl am Platz wirkende Männermodels und dazugehörige Looks schadeten der Kollektion, die ansonsten viel Großartiges zu bieten hatte.

Die Show, wie auch dazugehörige Entwürfe, standen ganz im Zeichen des Fünfziger-New Look. Angefangen bei den Haaren der Models, die mit eleganten Wasserwellen, modern eleganten Hüten oder voluminösen Tüllgebilden dekoriert wurden. Handschuhe und kleine Täschchen – in den fünfziger Jahren hätte keine Frau, die was auf sich hielt, ohne sie das Haus verlassen – komplettierten viele Looks.

Es wurden transparente paillettenbesetzte Shiftkleider, Petticoat-Kleider, Kostüme mit Bleistiftröcken, weite Seidenhosen, elegante Blusen und Jäckchen mit trachtigen Einflüssen und große Roben gezeigt.

Einfarbige Looks und Kombinationen in Schwarz, Weiß oder Gold zeugten von Klasse, die mehrfarbige Outfits, bestehend aus Stoffbahnen in Beige und Dunkelbraun, direkt wieder vermissen ließen.


Hätte man Sara Nuru nicht in ein überambitioniertes Designexperiment verpackt und das abschließende Model in ein Hochzeitskleid, dass wahrscheinlich sogar bei Barbie auf Grund seines Too much-Daseins Brechreiz ausgelöst hätte, wäre die Kollektion ein fulminanter Abschluss des ersten MBFW-Tages gewesen...


(Bilder von www.picapp.com)

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