08.07.10

Unanständige Stepford-Klone - Lena Hoschek

Wenn vor dem Fashionweek-Zelt am Bebelplatz Fünfziger-Silhouetten und dralle Schönheiten mit roten Kussmündern die Szenerie bestimmen, dann weiß man was die Stunde geschlagen hat – es ist Lena Hoschek-Zeit.

Nachdem die Haute Volée der Rockabilly-Szene des deutschsprachigen Raums in der ersten Reihe, am schwarz/weiß-gekachelten Laufsteg Platz genommen hat, kann die Show der Österreicher Designerin losgehen.

Soviel vorab: Die Laufstegpräsentation hält, was der Vibrator in der Goody-bag und Dolly Buster, als Star der Frontrow, versprechen. Die Hoscheksche Handschrift wird aufgemotzt durch anrüchige Einflüsse aus dem Boudoir und der SM-Szene.

Die fünfziger Jahre bestimmen natürlich das Geschehen. Höchstfeminine, klassische Silhouetten – sprich schwingende Glockenröcke en masse, aber auch Shiftkleider und Bleistiftröcke. Sie werden mit Bondage- und Sadomaso-Elementen, die hier die wichtigsten Designelemente der kommenden Saison sind, kombiniert, wie Spitznieten-Applikationen, Brustgeschirre und Latex-Strumpfhosen. Dadurch werden die verspielten, weiblichen Komponenten – Rüschen, Volants und blumige oder figürliche Drucke – gekonnt durchbrochen.

Farblich dominieren Schwarz, Weiß, Rot und Blau. Da fallen manche der Blumendrucke, die an alte Tapeten erinnern, durch ihre Multi-Farbigkeit beinahe aus dem Raster.

Jeder Frau, die sich nicht zwischen der Rolle der Stepford-Hausfrau und der einer Domina entscheiden kann, könnte man Lena Hoscheks Kollektion für den nächsten Sommer wärmstens ans Herz legen – der optimale Stil-Spagat.


(Bilder von www.picapp.com)

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