10.07.10

Modezirkus im Tempodrom - Michalsky StyleNite

Das Tempodrom dient für gewöhnlich als Veranstaltungsort für Musikkonzerte und anderweitige Bühnenshows. Am gestrigen Abend stand es allerdings ganz unter dem Motto Michalsky StyleNite – laut Stimme aus dem Off vor Showbeginn, das Highlight der Berlin Fashionweek...

Vermutlich um die Veranstaltung zu finanzieren holte Michael Michalsky sich Verstärkung ins Boot, in Form des Londoner Labels Maharishi, der Opernsängerin Nadja Michael und einiger Revuedarsteller aus dem Friedrichstadtpalast.

Die Show begann mit Safari-Looks von Maharishi. Als Wüstenvolk verkleidete Models – stilgerecht ausgestattet mit Trinkflaschen, Rucksäcken und Jassir Arafat-Kopfbedeckungen – strahlten ebenso wenig Highfashion aus, wie der völlig aus dem Zusammenhang gerissene Opernauftritt. Letzterer fügte einem zudem beinahe körperliche Schmerzen zu, weil die Lautsprecher zu hoch geregelt waren – was leider auch während der restlichen Veranstaltung der Fall blieb.

Michalsky verabschiedete sich diesmal von alten Schnitten, die schon zu oft von Saison zu Saison mitgeschleift wurden, vor allem bei den weiblichen Kollektionsteilen. Den obligatorischen Ballon-Minirock suchte man vergebens – wie trauriger Weise auch wirkliche Innovationen.

Die Farbpalette wirkte angenehm. Schwarz, Weiß, Beige und Hellgrau wurden mal mehr, mal weniger kontrastreich kombiniert mit Neonorange und Hellblau. Zudem gab es zwei mehrfarbige Drucke.

Bei den Männern gab es Anzüge en masse, Shorts und Hemden zu sehen, die ebenso aktuellen Trends hinterher rannten – wie die Frisuren mit abrasierten Schläfen – anstatt neue zu setzen.

Das Angebot bei den Frauen reichte von Lederjacken mit seitlich versetztem Reißverschluss, Blusen mit gekrempelten Ärmeln, Miniröcken und Shorts, bis hin zu wahnsinnig voluminösen Overalls, Kleider im Stil griechischer Göttinnen und goldpailettierten Minikleidern.


Abschließend wurden durch einen Revueauftritt die Bühnenkostüme der neuen Friedrichstadtpalast-Show Yma vorgestellt, die von Michalsky entworfen wurden. Ein treffenderes Wort um den Abend zu beschreiben, als Modezirkus müsste erst neugeschaffen werden.


(Bilder von www.picapp.com)

Kommentare:

  1. Tja, schade, wenn jemand so wenig Kenntnis von Mode hat. Maharishi ist ein absolutes Kultlabel und sehr begehrt bei echten Fashion-Liebhabern. Opern sind natürlich Geschmackssache. Anspruchsvolle Showkonzepte sind halt nicht für jedermann...:)

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  2. Wirklich schade wenn jemand so wenig von Mode versteht! Ein Kult sagt ja nichts über Qualität aus, wie man weiss wird der Begriff eh sehr überstrapaziert (Ed Hardy gilt ja auch als Kultlabel). Und bei einer Friedrichstadtpalast-Revue von einem anspruchsvollem Showkonzept zu sprechen, zeichnet einen auch nicht gerade als Kenner von Geschmackssicherheit aus. Aber der Smiley am Schluss hat das ganze dann ja Kompetenztechnisch gerettet!

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  3. Über jemanden zu schreiben, der offenbar vielleicht ein guter Produktmanager ist (oder besser war - noch zu Adidas Global Creative Director-Zeiten - aber keinerlei eigene Kreativität besitzt und stattdessen einfach dreist Ideen bei richtigen High-Fashion-Designern zusammenklaut, ist eigentlich für die Katz. Würde es aber nicht gemacht, gäbe es nur eine wahnsinnig überschaubare Berichterstattung von der Berlin Fashion Week.

    Hier die Kollektion, die offenbar als direkte Vorlage für das Corsagen-Kleid und die Goldpailetten-Teile diente:
    http://www.style.com/fashionshows/review/F2007RTW-DGABBANA

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  4. Echt peinlich !
    Das Corsagen - Kleid vo DG 2007 , Farbverlauf von Prada 2008 , oh mann!
    Michalsky kann sich gut präsentieren aber von Design hat er echt keine Ahnung!
    Ich finde es schade dass er auch von der Deutschen Vogue so hochgelobt wird als wäre er ein Genie aber genau da stellt sich die Frage wie gut macht die Frau Arp ihren Job und wieviel Ahnung eigentlich sie hat?! Eine schande !!!

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  5. Und als Abschlußsong, beim Durchlaufen aller Models, lief Eminems Song "Not affraid". Da heißt es doch "I'm not afraid to take a stand". Wenn Michalsky das nur mal machen würde - stattdessen habe ich eher das Gefühl, dass er sich mehr an der Textstelle "I'm doing this for myself" orientiert hat...

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  6. Die Safarikleidung gefällt mir sehr. Sie könnten jetzt in der Stadt sehr aktuell sein

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