08.07.10

Femininität (und Tüll) in Hülle und Fülle - Frida Weyer

„La chasse aux Papillons“ – die Schmetterlingsjagd – lautet der sehr treffende Name von Frida Weyers neuer Kollektion. Präsentiert wurde sie im klein gehaltenen Rahmen im Kassensaal am Gendarmenmarkt. Eine fulminante Kulisse, die bisher noch nie mit Präsentation dergleichen bespielt wurde.

Vermutlich handelt es sich hier um die einzige Kollektion – oder zumindest eine von sehr wenigen – bei denen es ausschließlich Kleider zu sehen gab. Eigentlich auch kein Wunder. Wenn man als Designerin bereits für den Roten Teppich der Oscar-Verleihung entwerfen durfte, hat man offenbar ein Händchen für Roben und Cocktailkleider.

Dass Frida Weyer ein solches hat, wurde dann auch unverzüglich unter Beweis gestellt. Das Gros der Minikleider endet deutlich über dem Knie und ist körperbetont konstruiert. Meist bestimmen Asymmetrien – bei Ärmeln, Trägern oder der Führung der Teilungsnähte – und verschiedenfarbige Schnitteile die Design-Handschrift.

Die enganliegenden Kleider erhalten ihre elegante Wirkung in erster Linie durch eine feine Tülllage, die mal mehr, mal weniger flächendeckend über den Oberstoff drapiert wird. Auch Spitzen-Overlays kommen auf diese Weise zum Einsatz.

Vereinzelt werden auch Pailletten und Stoffblüten- oder rosetten als Zierde angebracht. Die bodenlagen Roben sind entweder asymmetrisch drapiert oder kunstvoll gefältelt und vereinzelt mit Schleppen ausgestattet.

Farblich bewegt sich die Kollektionsgesamtheit in unaufdringlichen Beige- und Brauntönen, die mit Weiß, hellem Gelb und zartem Hellblau ergänzt werden.

Bei der gebotenen Vielschichtigkeit der Kleider – in mehrfacher Hinsicht – dürfte der nächste Hollywood-Auftrag nicht lange auf sich warten lassen, da man hier für jede Veranstaltung das Passende finden könnte.


(Bilder: Frida Weyer)

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